Weniger Umsatz, mehr Gewinn
Die DB Schenker Rail Deutschland AG, Mainz, hat in den ersten sechs Monaten weder beim Umsatz noch bei der Transportmenge das Niveau des Vorjahreszeitraums erreicht. Allerdings rechnet die Güterverkehrs-Sparte der Bahn mit einem geringen Gewinn von knapp 20 Mio. Euro.
Ein Bahnsprecher wollte den Rückgang bei dem Umsatz und der Transportmenge nicht bestätigen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Allerdings sei das zweite Quartal 2012 für Schenker Rail besser verlaufen als das erste Vierteljahr.
Nach Angaben der Financial Times Deutschland verspricht die Unternehmenssparte für Deutschland einen operativen Gewinn (Ebit) von knapp 20 Mio. Euro. Im vergangenen Jahr gab es hier noch einen Verlust von 60 Mio. Euro. Ergebnistreiber für 2012 soll das laufende Sparprogramm, nicht aber ein florierendes Geschäft sein. Vor allem ein besseres Management des Waggonparks muss den dringend erhofften Schub bringen. In der Branche gilt dieses bisher als häufig chaotisch. Das Unternehmen plane, seinen Fuhrpark in den nächsten Jahren um einige Tausend Waggons zu verkleinern. Am 26. Juli präsentiert der Konzern seine Halbjahreszahlen.
Gerade der Fern- und der Regionalverkehr haben sich bisher in diesem Jahr gut geschlagen. Aber auch das Speditionsgeschäft auf der Straße, das ebenfalls unter der Marke Schenker firmiert, hat zugelegt, weil verlustreiche Binnentransporte in Nordamerika im vergangenen Jahr eingestellt oder abgegeben wurden.
Ein positives Ergebnis auf seinem Kernmarkt würde nun dem Schienengüterverkehr im internen Wettbewerb Luft verschaffen. Alexander Hedderich führt die Sparte seit 2009. Von den schweren Verlusten im ersten Jahr der Wirtschaftskrise 2009 hat sich das Geschäftsfeld kaum erholt. Einigermaßen stabil gehalten wird es durch die Auslandstöchter, die zwischenzeitlich hart saniert wurden. Sorgen bereitet dafür nun das Geschäft in Deutschland.
Verbuchte Schenker Rail 2008, im bisher besten Jahr, noch ein Ebit von 307 Mio. Euro. waren es im vergangenen Jahr lediglich 32 Mio. Euro und das auf dem vergleichbaren Umsatzniveau von knapp fünf Mrd. Euro, was zu wenig für nötige Investitionen aus eigener Kraft ist. Der Marktführer mit einem Anteil von 25 Prozent in Europa, ist keine Ausnahme. Sämtliche großen europäischen Güterbahnen verdienen seit Jahren kaum Geld. Neben vielen hausgemachten Problemen setzen ihnen etwa die gestiegenen Energiekosten und die Konkurrenz durch Lkw-Transporte zu. Außerdem sind die Wartungsaufwendungen für Waggons gestiegen, nachdem die Vorschriften wegen des verheerenden Unfalls im italienischen Viareggio 2009 verschärft wurden.
In der internen Planung sieht die Bahn für den Schienengüterverkehr für die ersten drei Quartale dieses Jahres insgesamt einen operativen Verlust von etwa 20 Mio. Euro vor, der aber in den traditionell starken Monaten Oktober bis Dezember mehr als ausgeglichen werden soll. (Bild: DB AG) cm
