iPad

Im Spiegel-Beitrag über den iPad (5/2010) findet sich der verhängnisvolle Satz über das „Dilemma vieler Verlage“: „Sie müssen ihre Inhalte zwar im Netz anbieten, können aber dafür kaum Geld verlangen“.
Müssen?
Wer muss?
Und warum?

In Wahrheit besteht für die Verlage kaum ein Grund irgendetwas kostenlos anzubieten.
Dieses Gerät namens iPad, das Apple jetzt vorgestellt hat, ist eher dazu geeignet, den Verlagen dabei zu helfen, verlorenes (verschenktes) Terrain hinsichtlich der Erlöse zurückzuerobern.
Gefährlich ist die Alleinstellung, welche Apple, wenigstens vorläufig, hat. Als vor mehr als 200 Jahren die Zeitungen groß wurden, gab es hunderte von Verlagen, die sie publizierten und hunderte von Papierlieferanten.
So etwas nennt man Wettbewerb.

Jahrhunderte wurde der „Content“ von Zeitungen und Magazinen nur auf einem einzigen Medium verbreitet: Papier.
Dann kam das Internet und der Content von Zeitungen und Zeitschriften wurde im Internet verbreitet. Da der Content, althochdeutsch die Inhalte, meistens gratis ist, folgt daraus logischerweise, dass die „richtigen“ Abonnenten eigentlich nur das Papier und die Zustellung bezahlen.
Nun soll der „Content“ von Zeitungen (und Zeitschriften möglicherweise auch Beschaffung aktuell) wie im Internet auch auf einem iPad verbreitet werden.
Das heißt, Apple hat den Status eines Papierlieferanten.

Das Gefährliche daran ist: Es gibt zunächst nur diesen einen Lieferanten!
Wenn sich das iPad dann flächendeckend als das zukünftige Medium erweisen sollte,
dann werden andere Hersteller mit einem iPad-ähnlichen Gerät nachziehen.
Zum Glück!

Aber auch nur mit Glück läuft es auf ein Oligopol hinaus, schlimmstenfalls, bliebe Apple alleine, also ein Monopol.
Einkäufer wissen, was das bedeutet!
Hier droht Marktwirtschaft, die auf Wettbewerb gegründet ist, in eine Schieflage zu geraten.
Es wird demnächst ein App von Beschaffung aktuell für den iPad geben. Natürlich nur gegen eine geringe Gebühr, die sich dieser Verlag und Apple brüderlich Fifftyfiffty teilen.
Wir halten Sie auf dem laufenden!
 

Ihr Daniel Zabota
Chefredakteur Beschaffung aktuell
Daniel Zabota Chefredakteur Beschaffung aktuell


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