Italy Sourcing
Näher, besser, billiger, verständlicher, frei von seltsamen Schriftzeichen, die von oben nach unten gesetzt werden – und: schöner. Noch etwas Lyrik? „Das Land, wo die Zitronen blühen…“. Wir sind in Italien. Die Idee, dort nicht nur Erholung sondern auch qualifizierte Lieferanten zu finden, ist nicht ganz abwegig. Nennen wir es Italy Sourcing.
Der Einstieg zum Italy Sourcing ist nicht Fiumicino sondern Laatzen bei Hannover. Dort hat am Montag, 19. April bis 23. April die große Industriemesse mit Italien als Partnerland begonnen. In Halle 6 befindet sich der Zentralstand des Landes mit mehr als 1600 Quadratmetern. Er wird vom Italienischen Institut für Außenhandel (ICE) organisiert. 340 Unternehmen (2008: 218) belegen eine Ausstellungsfläche von 8197 Quadratmetern (2008: 4800). Das Messemotto Italiens ist „Sustainable Mobility“.
Rechnerisch müssten dort mindestens 300 gute neue Ideen von Italienern präsentiert werden. Denn die Hannover Messe spricht von 4000 technischen Innovationen von insgesamt 4600 Austellern.
Für den Einkäufer wird sich der Besuch in Hannover lohnen. Vielleicht wird der Einkäufer auch merken, wie sehr die Hannover Messe ihren Charakter im Laufe der Jahre verändert hat. Ursprünglich galt das Ereignis als „Schaufenster der deutschen Industrie“. Besucher aus aller Herren Länder kamen, um zu bestaunen, was Deutschland alles kann. Der Exportmotor sollte in Hannover betankt werden.
Heute ist das etwas anders: In diesem Jahr sind kommen die Aussteller aus 63 Nationen. Immer mehr Herren aus anderen Ländern, darunter vielen fernöstlichen, wollen ihre Produkte an den Mann oder die Frau aus dem Einkauf bringen. Hannover hat sich vom „Schaufenster der deutschen Industrie“ zum Ausgangspunkt für Global Sourcing entwickelt.
Allerdings haben wir lange Zeit die westeuropäischen Beschaffungsmärkte vernachlässigt. Vielleicht ist Italy Sourcing der erste Schritt, das zu ändern.
Daniel Zabota
Chefredakteur
Beschaffung aktuell