Quelle des Erfolges
Ach, womit sollen wir Ihren Vorstand oder Ihren Geschäftsführer von der Wichtigkeit des Einkaufs überzeugen? Vielleicht mit einer Passage, die wir wieder einmal in der täglichen Quelle unserer Inspiration gefunden haben: dem Schwäbischen Tagblatt! Eigentlich geht es in dem Artikel um den Abbruch des Kauf- hauses Schocken, so geschehen vor 50 Jahren in Stuttgart. Das „Schocken" galt als Kleinod moderner Architektur, die Schockens waren eine erfolgreiche Kaufmannsfamilie. Schocken habe bei den Kunden für gute Qualität zu günstigen Preisen gestanden. Dann schreibt das Tagblatt: „Die Zentralisierung von Einkauf und Verwaltung …, aber auch vorbildliche Sozialleistungen …, festigten den Erfolg." Da haben wir's: Die Quelle des Erfolges – ein Zentraleinkauf und der anständige Umgang mit den Mitarbeitern – wobei damals noch ein Erholungsheim dazugehörte. Wer im Jahre 1929 eine Einkaufszentrale schuf und nicht jedes der 20 Warenhäuser einzeln einkaufen ließ, setzt das auch eine strategische Herangehensweise an den Einkauf voraus. Möglicherweise wird Ihr Vorstand fragen, was denn mit Verkauf und Vertrieb sei. Nicht wichtig oder was? Doch. Aber wenn der Verkäufer seinen Job gut gemacht hat, dazu ordentlich Stückzahlen, gilt die alte Kaufmannsregel „im Einkauf liegt der Gewinn"(die ich hier zum ersten Mal zitiere und nie wieder, ehrlich). Das Thema „Strategischer Einkauf" finden Sie in Ihrem Einkaufs- magazin häufig, in dieser Ausgabe auf Seite 9. Wie immer wollen wir auch im Juni wieder das Wissen der Besten für Sie aufbereiten und starten mit einer neuen Serie: In sechs Teilen werden wir Ihnen in den kommenden Ausgaben die im Konsortial-Benchmark des Fraunhofer IPT ermittelten und ausgezeichneten Einkaufskonzepte vorstellen. Beachten Sie auch unseren Fokus auf den Technischen Einkauf, wobei wir uns diesmal mit Automatisierungslösungen befassen (Seite 54). Auf den Seiten 20/21 gehen wir der Frage nach, wer die Weltwirtschaftskrise verursacht hat und ob Manager im Allgemeinen und Einkäufer im Besonderen das Risiko lieben. Ja, die Weltwirtschaft beeinflusst auch den Einkauf mit seiner internationalen Verflechtung. So wird ein schwacher Euro nicht ohne Auswirkungen auf die Einkaufspreise bleiben. Dennoch sehe ich den Euro als Erfolgsgeschichte und werde dabei von Professor Straubhaar unterstützt (Seite 13). Ich hoffe, das wird Sie überzeugen!
