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Vertrauen

„Vertrauen gewinnt!“ lautet das Motto des 45. BME-Symposiums vom 10. bis 12. November in Berlin.
Zunächst kommt da der Gedanke, beim BME habe man das Englisch-Wörterbuch verlegt. Die Symposien der vergangenen Jahre hatten stets englisch klingende Mottos wie „Fit for Growth“ oder „New Opportunities“. Da hätte sich in diesem Jahr „In God we trust“ oder so ähnlich angeboten.
Womit wir directement bei der derzeitigen Wirtschaftslage wären. Auf der Ikone des Kapitalismus schlechthin, der Ein-Dollar-Note, lesen wir „In God we trust“.
Das ist irgendwie tröstlich. Weniger tröstlich ist, wem wir sonst noch trauen können, in Zeiten wie diesen.
Nehmen wir zum Beispiel nicht irgendwelche Halbganoven, sondern die Solidesten unter den Soliden. Zum Beispiel die Bayerischen Motoren-Werke.
Die Kollegen vom „Handelsblatt“ haben BMW kürzlich in einer Titelgeschichte genau untersucht. Dabei gab es nicht viel zu mäkeln. Das Unternehmen hat ordentliche Produkte, es hat, technologisch gesehen, die Zeichen der Zeit erkannt und baut, so gut es geht, Sprit sparende Motoren, der Absatz wächst langsam aber stetig, von der Delle 2009 abgesehen.
Dennoch macht der Aktienkurs Kapriolen. Allein in den vergangenen zwei Jahren hätte man als Investor sein angelegtes Geld um die Hälfte erhöhen oder aber auch dritteln können. Soll man da in den Markt vertrauen?
Und, wie gesagt, ist BMW ein durch und durch vertrauenswürdiges Unternehmen.
Wie soll man da in Aktien von Unternehmen vertrauen, die neu sind, die ihr Geschäftsmodell erst am Markt erproben müssen?
Wie soll man in Aktienfonds vertrauen, wenn mehrere Unternehmen drin sind?
Wie soll man in Fonds vertrauen, die nur wenige Fachleute verstehen?
Wie soll man auf eine wenigstens rationale Kursentwicklung bei Rohstoffen vertrauen, die eine verlässliche Kalkulation möglich machen?
Insofern hat der BME mit seinem diesjährigen Motto „Vertrauen gewinnt!“ gleich mit zwei Pfeilen ins Schwarze getroffen. Zum einen mit der Rückkehr zum Deutschen. Denn hierzulande wird Englisch im Wirtschaftsleben meist verwandt, um Banalitäten aufzuhübschen oder etwas zu verschleiern, siehe Coffee-to-go oder Collateralized Debt Obligation. Zum anderen gewinnt im Wirtschaftsleben tatsächlich nur das eine: Vertrauen.

Ihr Daniel Zabota
Chefredakteur Beschaffung aktuell

Daniel Zabota



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