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Schuldenbremse

Schuldenbremse! Gäbe es einen Wettbewerb für das wichtigste Wort des Jahrzehnts, hätte dieses keine schlechten Chancen. Nichts haben Staat und Unter- nehmen jetzt nötiger als die Schuldenbremse.

Dem Staate droht der Bankrott, der Blick nach Island macht dies deutlich. Dennoch gibt es hier mindestens zwei Bedenken. Ist erstens die Sache verfassungskonform (darf der Bund über die Haushalte von Ländern und Gemeinden bestimmen) ? Haben, zweitens, kommende Generationen jugendlicher Wirtschaftsminister nicht auch das Recht, ihren Schuldenanteil aufzutürmen und den Wohlstand auf Pump zu finanzieren ? Diese Krise wird ja wohl nicht die letzte sein, das heißt, Störungen des wirtschaftlichen Gleichgewichts rechtfertigen auch künftig weitere Kredite.

Den Unternehmen droht indessen die Insolvenz. Märklin, Edscha, Schiesser – jede Woche fällt mindestens ein neuer, manchmal traditionsreicher Name. Für den Einkäufer sind hoch verschuldete Unternehmen eine doppelte Herausforderung. Mehr als er denkt, kann/muss er zusammen mit dem Finanzchef dazu beitragen, dass die finanzielle Stabilität des Unternehmens gesichert ist. Teil 2 unserer Serie zum Thema Financial Supply Chain Management zeigt, dass sich der oberste Einkäufer (CPO) und der oberste Geldverwalter (CFO) oft nicht viel zu sagen haben (Seite 24).

Die andere Herausforderung sind die Zulieferer. Kein Einkäufer will den Ausfall eines wichtigen Lieferanten verantworten. Die Gefahr, dass so etwas passiert, ist in der Automobilindustrie (Mobilität ist noch mehrfach Thema in dieser Ausgabe: Beim Auto geht es um Innovationen, Seiten 52 ff., bei der Eisenbahn um Logistik, Seiten 18 ff.) derzeit besonders groß: Jüngste Fälle sind WET Automotive, Wagon Automotive, TMD Friction oder Stankiewicz. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung benutzte das Wort „Insolvenz-Tsunami", wobei Betriebe, die sich im Besitz von Private-Equity-Unternehmen befinden, als besonders gefährdet gelten. „Heuschrecken" haben gerne mit minimalem Eigenkapital und hohen Krediten Betriebe gekauft und denen dann die Lasten aufgebürdet. Eine Unsitte, die nun weitgehend aufgehört hat, weil eine sogenannte „Kreditklemme" herrscht. Zum Glück für manches Unternehmen wirkt das nun wie eine Schuldenbremse.

01.04.2009


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