- Daniel Zabota, Chefredakteur Beschaffung aktuell
Nervös?
Der DAX springt auf und ab. Das erklären „Wirtschaftsexperten" mit der Nervosität der Märkte. Die Konjunktur könnte sich ja eintrüben, die Unternehmen nicht mehr so gute Gewinne machen, weniger Dividenden ausschütten… O je! Alles Quatsch. Aktienindizes sind kein Abbild realer Verhältnisse mehr. Wer den DAX über die vergangenen 50 Jahre verfolgt hat, weiß dass dessen Entwicklung nicht die Entwicklung der Unternehmen widerspiegelt und schon gar nicht der gesamten Wirtschaft.
Vom Dax scheinen aber auch die Rohstoffwerte abzuhängen. „Fallende Aktienkurse machen Angst; steigende Aktienkurse verleiten zur Anschaffung eines neuen Flachbildfernsehers", schrieb kürzlich Georg Seeßlen in der Wochenzeitung „Der Freitag". Und da in Fernsehern haufenweise Rohstoffe drinstecken, gehen deren Preise nach unten, wenn die Leute nicht mehr so viel kaufen. Aber so einfach ist das nicht. Erstens weil Spekulanten auch bei Rohstoffen mitmischen, zweitens weil sich Agrarrohstoffe eher konstanter Nachfrage erfreuen und drittens, weil Rohstoffmengen wachsen können. Nämlich dann, wenn es neue Funde gibt.
Den Dax brauchen also Einkäufer, jedenfalls Rohstoff-
einkäufer, nicht zu fürchten. Neue Funde gibt es auch bei Erdöl. In der Nordsee. Das zögert den Peak-Oil wieder um ein paar Monate hinaus. Also kein Grund zur Nervosität. Aber eine Gelegenheit darüber nachzudenken, ob es immer so weiter gehen soll.
