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Einkauf in China

Preisdruck durch Inflation

Steigende Lohnkosten gefährden die Preisvorteile beim Einkauf in China. Der jüngste Inflationsschub, 6,5 Prozent im Juli, ein Dreijahreshoch, könnte sich auch auf die Einkaufspreise auswirken.

Die Preise in China sind im Juli um 6,5 Prozent gestiegen. Das ist ein Dreijahreshoch. Es sollte Einkäufern und Europäern zu denken geben.

Erstens sind 6,5 Prozent Inflation keine langfristige Perspektive. 6,5 Prozent klingt nach nicht viel – ist für europäische Verhältnisse aber in Wirklichkeit astronomisch. Für die Europäische Zentralbank liegt die Schwelle, von der an die Preissteigerungen gefährlich werden bei 2,0 Prozent.

Zweitens müsste man jetzt neu kalkulieren. Die Frage ist nicht, ob sich der Einkauf in China heute oder morgen lohnt, sondern ob er sich auch noch nächstes und übernächstes Jahr lohnt. Schließlich ist es in China noch schwieriger, einen Lieferanten dauerhaft aufzubauen als in Europa. Das rentiert sich nur, wenn eine langfristige Perspektive besteht. Das gilt erst recht, wenn das eigene Unternehmen gleichzeitig in eine Fertigungsstätte investiert, um den Absatzmarkt zu erschließen und dafür Local Sourcing betreibt.

Drittens muss man auch als Einkäufer die Gründe sehen, welche die Inflation in die Höhe getrieben haben: Es sind hauptsächlich die steigenden Nahrungsmittelpreise. Wenn Brot und Reis teurer werden, wird sich das in Forderungen nach höheren Löhnen niederschlagen – und die Arbeitskosten in China weiter verteuern. dz

25.08.2011


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