Oben bleiben
Hasse Unterführungen. Unter die Erde, um das Ziel zu erreichen!
Nicht gleich ein Vorgeschmack des Todes, aber doch – stickig-stinkig kalte Gänge, in denen man nachts niemandem begegnen will. Kniebelastend treppab, keuchend treppauf, sofern keine Rolltreppe vorhanden, derweil die Maschinen (Autos) anstrengungslos oben bleiben dürfen.
Unter die Erde, nun also gleich der ganze Bahnhof.
Das Volk will es so.
Was sich kein Einkäufer jemals erlauben könnte, will es.
Eine Bauleistung will es abnehmen, deren Preis in den Sternen steht. Oder schlimmer, deren Preis im Ermessen der Lieferanten liegt. Wenn in der Stadtmitte das gigantische Loch klafft, wenn der halbe Tunnel durch die poröse Alb gebohrt ist – wer kann dann noch „nein" sagen?
Wehmütig wird das Volk dann auf die schönen Kopfbahnhöfe in Frankfurt, München, Leipzig, Zürich, Mailand blicken und klagen. Auch der Einkäufer wird klagen, weil der Schienengüterverkehr schlecht bleibt und die echte Transportalternative zur Straße fehlt.
Es wäre auch anders gegangen.
Mein Heimatbahnhof hat keine Unterführung. Er hat eine Überführung. dz
