„Supply Chains sind dem Aufschwung nicht gewachsen"
Gerade erst hat die Krise vielen Unternehmen Kopfzerbrechen bereitet. Jetzt geht es in einigen Branchen wieder aufwärts – aber das Kopfzerbrechen geht weiter. Berater haben festgestellt, dass in der Krise die Supply Chains vernachlässigt worden seien. Die Folge: Nur wenige Unternehmen seien für zügiges Wachstum gerüstet.
Die Studie beleuchtete mehrere Branchen, darunter die Konsumgüterindustrie. Unser Bild zeigt ein deutsches Konsumgut.
Oder ist es ein Investitionsgut?
Immer mehr Unternehmen erwarten den Aufschwung, doch wirklich gerüstet sind die meisten dafür nicht. Das sind die Ergebnisse der weltweiten Studie „Global Supply Chain Trends 2010-2012", welche eine internationale Unternehmensberatung jetzt vorgestellt hat.
Als Reaktion auf die Krise haben die Unternehmen in hohem Umfang Kosten reduziert und vielfach erfolgreich Risikomanagementmethoden etabliert. Anstatt jedoch die Niederlastphasen auch für einen Umbau der Wertschöpfungskette zu nutzen, wurden aus kurzfristigen Überlegungen heraus Lieferantenbeziehungen gekappt und Partnerschaften vernachlässigt. Daher erreiche die „Supply Chain Performance" vieler Unternehmen derzeit nicht das notwendige Maß, wie Lieferengpässe im Halbleiterbereich und bei Rohmaterial zeigen. Sobald die Wirtschaft wirklich in Fahrt kommt, steigen die Anforderungen an Flexibilität und Reaktionsfähigkeit der Wertschöpfungskette an. Doch darauf seien nur die wenigsten vorbereitet", sagt ein Supply-Chain-Experte.
Um am erwarteten Wachstum bestmöglich zu partizipieren, sei es entscheidend, den Zugang zum Kunden zu verbessern sowie gemeinsame Planungsprozesse zu etablieren. Den meisten Unternehmen fehle die Fähigkeit zur Kurzfrist- oder Real Time-Planung im eigenen Unternehmen und erst recht über Unternehmensgrenzen hinweg.
An der Studie nahmen weltweit mehr als 300 Unternehmen aus den Branchen Automotive, Maschinenbau, Elektronik, Telekommunikation, Konsumgüter und Logistikdienstleistung teil. Die Mehrzahl der befragten Firmen erzielten im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als einer Milliarde USD. Rund dreiviertel der Teilnehmer (71 %) gehören zum höheren Management, 16 Prozent der Befragten sind im Vorstand angesiedelt. dz
