Freelancer weiter stark gefragt
Ein Trend, der sich bereits seit Jahren abzeichnet und insbesondere von Großunternehmen und Konzernen bereits heute umgesetzt wird, ist die Bündelung von freiberuflichen IT-Spezialisten bei Anbietern wie Hays, Reutax oder GFT. Der Auftraggeber hat nun keine direkte Vertragsbeziehung mit den Freelancern, sondern schließt großvolumige Rahmenverträge mit Vermittlungsagenturen ab. Die Kunden profitieren durch solche Bündelungseffekte von einem geringeren Steuerungs- und Verwaltungsaufwand.
Darüber hinaus können sie die Suche nach Spezialkräften in die Hände spezialisierter Vermittler legen und sich überwiegend auf ihre Kernkompetenzen wie die Projektsteuerung konzentrieren. Die Nachfrage nach freiberuflichen IT-Freelancern ist im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise zurückgegangen. Dies haben im Übrigen die von Lünendonk analysierten Anbieter von Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung freiberuflicher IT-Experten im vergangenen Jahr bereits prognostiziert. Sie gingen laut der Marktsegmentstudie „Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung freiberuflicher IT-Experten in Deutschland" von einem Marktrückgang von 3,2 Prozent für das Jahr 2009 aus. Allerdings planten sie für den Zeitraum bis 2014 wieder mit einem durchschnittlichen Marktwachstum von 12,1 Prozent pro Jahr. Diese positive Erwartungshaltung besteht, weil bereits 2009 viele Großunternehmen und Konzerne Investitionen in ihre IT für 2010 kommuniziert haben. Besonders in den Bereichen Konsolidierung der IT-Infrastruktur sowie Digitalisierung von Prozessen werden Projekte erwartet. Dazu sind häufig Spezialisten mit Know-how in Nischen wie Java-Programmierung, Oracle-Datenbanken nötig, aber auch IT-Freiberufler, die in bestimmten Branchen wie Versicherungen, Handelsunternehmen oder der Chemiebranche über tiefgehende IT-Kenntnisse verfügen. Dabei wirkt sich der Mangel an qualifizierten Fachkräften in der IT auf die Nachfrage nach entsprechenden Fachkräften aus. Zudem führt eine Knappheit von Spezialisten zu höheren Vermittlungsgebühren sowie Tagessätzen.
Die Formen der Zusammenarbeit mit IT-Beratern werden unabhängig von der Anbietertypologie zukünftig einem hohen Maß an Flexibilität unterliegen.
Mario Zillmann, Consultant Lünendonk www.luenendonk.de
