- Die Einkaufssituation der deutschen Textilbranche in China ist nicht leicht. Warum das so ist – dazu haben Deutsche und Chinesen unterschiedliche Meinungen, wie eine Umfrage zeigt.
Lohnkosten als Herausforderung
Deutsche Textilhersteller und -händler berichten seit geraumer Zeit, dass der Einkauf auf dem chinesischen Beschaffungsmarkt schwierig geworden sei. Die Klagen reichen von drastischen Preissteigerungen bis zu Lieferengpässen. Besonders die kurzfristige Beschaffung aus China bereitet der Branche derzeit Kopfzerbrechen.
Die Leute des Einkaufsdienstleisters Inverto AG, Köln, sprachen mit chinesischen Textilproduzenten über deren Sicht und die Zusammenarbeit mit europäischen Kunden. Ergebnis: In China und Deutschland unterscheidet sich die Einschätzung der Beschaffungssituation sowie der aktuellen Kostentreiber im Einkauf erheblich. Die Informationen direkt aus China sollen eine realistische Bewertung der deutschen Textilunternehmen sowie eine bessere Einkaufsstrategie ermöglichen.
Die explodierenden Baumwollpreise waren eines der Top-Themen in der deutschen Textilbranche. Zudem ist von einer steigenden Nachfrage, besonders aus den asiatischen Ländern, auszugehen. Die chinesischen Teilnehmer der Interviews sagten jedoch, dass die hohen Rohstoffpreise nur ein geringes Problem für sie seien. Für viele Textilproduzenten in China sind die größten Herausforderungen hingegen die Arbeits- und Lohnkosten, die rund ein Viertel ihrer Gesamtkosten ausmachen. dz
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