Lieferantensuche in Afrika
Die Puma SE, Herzogenaurach, will ihre Beschaffungsaktivitäten in Afrika weiter ausbauen. Eine Reihe von relativ stabilen Staaten sind für Einkäufer und Investoren interessant, weil sie über ein sehr niedriges Lohnniveau verfügen. Auch Puma läßt derzeit eine Fabrik in Kenia bauen.
„Mr. Seiz, I presume", diesen Satz könnte man in Afrika künftig wohl öfters hören. Im Original heißt es „Doctor Livingstone, I presume" und stammt von dem Journalisten Henry Morton Stanley als er 1871 mitten in Afrika auf den lange verschollenen Missionar und Forscher David Livingstone stieß.
Mr. Seiz, also Reiner Seiz, Managing Director und Chief Supply Chain Officer bei Puma SE hat seinen Blick ebenfalls auf Afrika gerichtet. „Wir haben unsere Beschaffungsaktivitäten in Afrika in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut", sagte der Einkaufschef dem „Handelsblatt". Der Sportbekleidungskonzern wolle aus Afrika künftig noch viel mehr Produkte für den Weltmarkt beschaffen, so Seiz.
Afrika-Erfahrung hat das Unternehmen während der Fußballweltmeisterschaft gesammelt. In Südafrika, Swasiland und Mauritius habe der drittgrößte Sportartikelhersteller der Welt in großem Stil T-Shirts und Trikots fertigen lassen, schreibt das Blatt. In Südafrika sitzen auch zwei Schuhfabrikanten von Puma.
Bislang produziert Puma, wie der Rest der Sportbranche, hauptsächlich in Asien. In den vergangenen Jahren sind die Löhne in China aber gestiegen. Deshalb suchen viele Textil- und Schuhhersteller andere billigere Standorte.
Erst vor kurzem hat das „Sportlifestyle-Unternehmen", so bezeichnet es sich selbst, Londoner Design Museum die neuen Trikots für zehn afrikanische Fußballnationalmannschaften vorgestellt. Das Besondere: Nicht eigene Designer entwarfen die Outfits, sondern renommierte Künstler des Creative African Network (CAN) – eine von Puma gegründete Plattform, die afrikanische Künstler zusammenbringt und fördert (Foto).
Der Puma aus der Gattung der katzenartigen Raubtiere kommt übrigens nur in Amerika vor. dz
