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„Wir nehmen unsere Lieferanten in die Pflicht"

Compliance ist für viele Unternehmen, Einkäufer und Lieferanten ein Wettbewerb bestimmendes Thema – allerdings noch nicht für alle! Deshalb hat der BME mit seiner Compliance-Initiative einen internationalen und branchenübergreifenden Mindeststandard geschaffen. Der neue BME-Verhaltenskodex soll vor allem die noch zögernden Firmen bewegen, mitzumachen. Stellvertretend für die bisher beigetretenen Unternehmen berichtet Dr. Günther Häckl im Interview mit über die Erfahrungen der SMA Solar Technology AG, Niestetal, mit dem „Code of Conduct" des BME:

Welche Bedeutung hat der Code of Conduct des BME für Ihr Unternehmen?

Häckl: SMA Solar Technology gehört neben sechs weiteren Unternehmen zu den Gründungsvätern des BME-Verhaltenskodex. Es fiel uns leicht, beizutreten, da wir schon seit langem Compliance-Grundsätze verfolgen, die mit denen des BME kompatibel sind. Einige Kunden fragen, ob wir unsere Lieferanten auf die Einhaltung fundamentaler Regeln wie die Bekämpfung von Korruption, Kartellrechtsmissbrauch und Kinderarbeit verpflichten. Dabei ist der Verweis auf die Teilnahme am Code of Conduct des BME mit seinen klar formulierten Standards sehr hilfreich.

Bringt die Teilnahme an der BME-Initiative Ihrem Unternehmen Vorteile?

Häckl: SMA Technology wird sowohl von Kunden als auch Lieferanten als sozial denkendes Unternehmen wahrgenommen. Das gilt insbesondere für den Umgang mit den Beschäftigten. Uns liegt viel daran, dass sich die Mitarbeiter frei entfalten können. Daraus resultiert unter anderem unser gutes Image. Die Teilnahme an der BME-Initiative kann hier ergänzend wirken. Der BME-Verhaltenskodex bietet uns einen echten geschäftspraktischen Nutzwert. Wir können nicht nur schnell und unkompliziert auf die standardisierten Compliance-Anforderungen des Verbandes zurückgreifen, sondern mit diesen auch immer wieder unsere eigene Arbeit überprüfen.

BME: Wie gehen Sie mit den daraus resultierenden Verpflichtungen um?

Häckl: Wir sprechen unsere Lieferanten darauf an, sich ebenfalls an der BME-Richtlinie zu orientieren. Dank der Downloadmöglichkeit unter www.bme.de/compliance können sich unsere Partner den Code of Conduct leicht beschaffen. Die im Dokument beschriebenen Standards sollten für jedes seriöse Unternehmen Teil der Geschäftsgrundlage sein. Daher dürfte ihre Einhaltung für unsere Lieferanten kein Problem darstellen.

Korruption und Kartellrechtsmissbrauch sind in vielen Branchen und Märkten anzutreffen. Gilt das auch für die Solarindustrie?

Häckl: Die Solarwirtschaft verfügt noch nicht über die langjährigen Traditionen anderer Industrien. Deshalb gibt es hier auch viele junge Unternehmen, die in relativ kurzer Zeit schnell wuchsen. Die Führungspersönlichkeiten dieser Firmen verfügen in der Regel über eine hohe soziale Kompetenz. Das macht sie nicht so anfällig für Korruption oder unlauteres Geschäftsgebaren.

03.05.2010


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