Das Ende der Verwechslungen
Die Brangs + Heinrich GmbH, Solingen, ist jetzt das einzige Unternehmen mit diesem Namen. Das andere Unternehmen firmiert seit dem 1. Oktober als Antalis Verpackungen GmbH, Leinfelden-Echterdingen. Beide Unternehmen waren bis 1976 verbunden und haben daher ein ähnliches Sortiment. Beide hießen Brangs + Heinrich, obwohl sie verschiedene Eigentümer dann hatten und rechtlich getrennt waren. Das führte oft zu Verwechslungen.
Jetzt sieht sich Brangs + Heinrich in Solingen unverwechselbar auf Expansionskurs. Ob Porzellan, Elektroartikel oder Tiefkühlware – seit 136 Jahren findet Brangs + Heinrich in Solingen sichere Verpackungslösungen selbst für spezielle Transportgüter. Mit seinen 13 europäischen Standorten und einer Niederlassung in Schanghai legt das konzernunabhängige Familienunternehmen von jeher Wert auf Kundennähe. Das hat sich in den vergangenen Jahren durch beträchtliche Zuwachsraten ausgezahlt. 2010 verzeichnete Brangs + Heinrich ein Umsatzplus von 28 Prozent – aktuell steuert man auf die 20-Prozent-Marke für 2011 zu.
Im Oktober geht für Brangs + Heinrich eine Ära der Firmengeschichte zu Ende, die von Verwechslungen geprägt war: Aus einer ehemaligen Leinfelden-Echterdinger Niederlassung des Solinger Gründerhauses war 1975 ein rechtlich und wirtschaftlich unabhängiges Unternehmen hervorgegangen. Es vertrieb seine Produkte von Süddeutschland aus ebenfalls unter dem Namen Brangs + Heinrich.
Eine bisweilen undurchsichtige Marktsituation war die Folge. Für die Kunden wurde dies besonders spürbar, als knapp 30 Jahre später der Leinfeldener Namensvetter an die Antalis-Gruppe mit Sitz in Paris verkauft wurde: Seit 2004 waren zwei Verpackungswettbewerber namens Brangs + Heinrich am deutschen Markt tätig – bis heute.
„Wir begrüßen die Entscheidung aus Paris, die saubere Trennung beider Unternehmen jetzt auch im Namen zum Ausdruck zu bringen", sagt Stefan Vogelskamp, geschäftsführender Gesellschafter des Gründerhauses in Solingen, den Namenswechsel in Antalis. „Mit der Umfirmierung der bisher namensgleichen GmbH ist nun die Verwechslungsgefahr gebannt, die immer wieder zu Irritationen geführt hat."
Durch den Verkauf erkannten die Solinger bereits 2004 die neue Wettbewerbssituation und die sich damit bietenden Expansionschancen. Niederlassungen in Stuttgart und Wiesbaden sowie später in München und Leipzig wurden eröffnet. „Durch den differenzierten Marktauftritt können wir nun unsere Expansionsziele in Süddeutschland und vor allem im deutschsprachigen Ausland noch effektiver verfolgen", kündigt Jan Peter Coblenz, Geschäftsführerkollege von Vogelskamp, den Zukunftskurs an.
Die geplante Eröffnung eines Verkaufsbüros in der Schweiz sei dazu ein wichtiger Schritt, so Coblenz weiter. Und um genügend Kapazitäten für das Wachstum bereitzuhalten, schaffe der Solinger Verpackungsspezialist im Herbst noch zwei weitere moderne Verarbeitungsmaschinen an, die Papier und Folien kundenspezifisch konfektionieren.
Verwechslungen sind Geschichte – was bleibt, ist das seit 1875 unabhängige Familienunternehmen Brangs + Heinrich, das weltweit mehr als 170 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz bietet. dz
