Login
Die Vestas-Anlage in Böckingharde und das Schenker-Lager in Mutzschen – beide finden in der Logistik zusammen.
Die Schenker Deutschland AG hält ihr Fähnlein jetzt in den Wind. Denn die neue Schwerlasthalle in Mutzschen bei Leipzig dient der Ersatzteil- und Werkzeuglogistik für den Windenergieanlagenhersteller Vestas.
Die Vestas-Anlage in Böckingharde und das Schenker-Lager in Mutzschen – beide finden in der Logistik zusammen.
Dienstleistungen für Vestas

Fähnlein im Wind

$vBlock1Bildfigcaptione

„Wir identifizieren uns stark mit dem Kunden", sagt uns Axel Frings, Senior Vice President Supply Chain Collaboration der Schenker Deutschland AG, Kelsterbach, beim Rundgang durch die neue Halle. Der Logistikdienstleister hat jetzt in Mutzschen bei Leipzig fünf Millionen Euro investiert und eine Schwerlast-Logistikhalle gebaut, die der Versorgung von 7900 Windenergieanlagen von Vestas dienen soll. Von hier aus erhalten 750 Techniker alle benötigten Komponenten, 12 000 stehen zur Verfügung, für die Anlagen in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Österreich, Kroatien, Bulgarien und Rumänien. Die Identifikation mit den Vestas-Produkten zeigt, dass auch Schenker, die Bahn-Tochter, auf erneuerbare Energien setzt. Gerade angesichts des rasanten Wachstums und der politischen Bedeutung der Branche wird die Steuerung der Wertschöpfungs- und Logistikketten sowie die damit verbundene Servicelogistik für Hersteller und Betreiber von Windenergieanlagen, Solarfarmen und Co. zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor – nicht zuletzt auch aufgrund von branchentypisch hohen Investitionskosten und anspruchsvollen Transportaufgaben sowie hohen Anforderungen an Wartung und Instandsetzung dezentraler Kraftwerke. Mit der Steuerung aller Prozesse wollen Logistiker wie DB Schenker für eine kontinuierliche Verschlankung, qualitative Verlässlichkeit und eine langfristige Effizienzsteigerung globaler Lieferketten sorgen.

Vestas Wind Systems A/S, Randers/Dänemark, hat sich in der Ersatzteil- und Werkzeuglogistik für DB Schenker Logistics entschieden. Denn auch für die kommenden Jahre stehen die Zeichen auf Wachstum: Bis zum Jahr 2020 sollen beispielsweise allein in den Gewässern der deutschen Nord- und Ostsee 40 Hochsee-Windparks entstehen. Auch in den etablierten Windenergiemärkten wie Deutschland oder Spanien werden weiterhin neue Windparks zu Land erschlossen bzw. bestehende Turbinen durch leistungsfähige Updates ersetzt (Repowering). Dabei arbeiten die Logistiker unter schwierigen Bedingungen: Die Abhängigkeit von Seegang und Wetter macht eine exakte, aber gleichzeitig flexible Planung der Lieferkette notwendig.

In Mutzschen nahe Leipzig betreiben die Logistiker bereits seit Herbst 2008 für Vestas das rund 15 000 Quadratmeter große Ersatzteillager für Zentraleuropa. Das Logistikkonzept unterstützt den Materialfluss entlang der Logistikkette, vom Lieferanten bis zur einzelnen Windturbine, und beinhaltet die gesamte Steuerung und Überwachung aller Prozesse in der Ersatzteil-, Komponenten- und Werkzeuglogistik. Rund 70 Beschäftigte versorgen die über 750 Techniker von Vestas mit benötigten Komponenten für die Wartung und Reparatur. Dabei gehen die notwendigen Ersatzteile, Werkzeuge und Komponenten – je nach Dringlichkeitsstufe innerhalb weniger Stunden oder Tage – an über zwei Dutzend Kleindepots, zu 120 Servicestützpunkten, 450 Servicefahrzeugen oder direkt zu den Windparks in ganz Zentraleuropa. Um alle Windenergieanlagen zu versorgen, wickeln die Logistiker der Schenker Deutschland AG im Großraum Leipzig monatlich rund 6000 Serviceaufträge ab und lagern rund 12 000 Teile, von den kleinsten Schrauben und Schraubendrehern bis hin zu Großkomponenten wie Generatoren, bis zum Abruf ein. Dabei werden alle Aufgaben rund um die Logistik über das eigens eingeführte SAP-System kontinuierlich überwacht und aktiv gesteuert. „Unsere Logistik ist in den Wartungs- und Serviceprozess vollständig integriert, so können wir zeitnah auch auf spezielle Anforderungen und besondere Veränderungen reagieren. Zugleich sichern wir unserem Kunden eine vollständige und zeitgleiche Transparenz seiner gesamten Logistikkette", sagt Dr. Michael A. Kluger, Vorstand Kontraktlogistik/SCM der Schenker Deutschland AG.

Auch andere Unternehmen der erneuerbaren Energien, beispielsweise aus der Wind-, Solar- und Turbinentechnologie, profitieren schon heute von der Zusammenarbeit mit erfahrenen Logistikern. Eine erfolgreiche Supply Chain endet heutzutage nicht mit der Distribution der Waren an die Kunden, sondern setzt sich in der Ersatzteil- und Reverselogistik fort. Ersatzteile müssen schnell und sicher, am besten mehrmals täglich, an den Bedarfsort bzw. zum Händler oder Servicetechniker befördert werden. Aber auch Kundenretouren, defekte Produkte oder Altgeräte müssen gemäß der Kunden- oder der gesetzlichen Anforderungen wieder zuverlässig und effektiv zum Hersteller zurückgeführt werden. Mit einem leistungsfähigen Logistiknetzwerk (Transportnetzwerk, regionale und globale Ersatzteillager und Depots) und einer intelligenten logistischen Infrastruktur (IT, Prozessmanagement und technische Voraussetzungen) kann DB Schenker nach eigener Aussage diesen Bereich der Supply Chain effizient realisieren und den Kunden einen Mehrwert bieten. Das Leistungsportfolio wird dabei um Value-Added-Services wie etwa Umverpacken, Kitting, Screening oder auch Reparaturen ergänzt.

Besonders für die Branchen Automotive, Industrie, Hightech/Elektronik oder Windenergie blickt man auf langjährige Erfahrung in Europa, aber auch weltweit an über 2000 Standorten zurück. „Egal, ob 24/7/365 Ersatzteilservice, umfangreiche Teilespektren oder LLP-Konzepte – hohe Kundenerwartungen spornen uns an, jeden Tag noch ein bisschen besser zu werden und Stück für Stück die Supply Chains unserer Kunden zu optimieren", sagt Sebastian Peiler, Head of Business Development Industrial, Schenker Deutschland AG.

Experten der Bahn-Tochter arbeiten in zahlreichen Industriezweigen Hand in Hand mit ihren Kunden zusammen, um die Beschaffungslogistik, Produktionsversorgung, Distributionsleistungen und After-Sales-Services zu gewährleisten. Dafür begleiten die Logistikspezialisten Unternehmen bereits bei der Planung weltweiter Lieferketten und optimieren alle Bausteine der Wertschöpfungskette von der Quelle bis zum Kunden und zurück, sodass sich die Kunden auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Um für seine Kunden kontinuierlich den Mehrwert zu steigern, hat der Logistikdienstleister mit „Go for Growth" ein spezielles Wachstumsprogramm für das Geschäftsfeld Kontraktlogistik aufgelegt.

Kern des Programms ist es, in stärker standardisierte Logistiklösungen und industrielle Prozesse zu investieren und das weltweite Geschäft deutlich auszubauen. Der Fokus liegt dabei auf den Industriezweigen Automotive, Consumer, Electronics und Maschinenbau in bestimmten Regionen. Länderschwerpunkte sind neben Deutschland auch die USA und China. Kunden sollen insbesondere von der Investition in neue Mitarbeiter profitieren. So wurden im Rahmen des Wachstumsprogramms rund 200 zusätzliche Kontraktlogistik-Spezialisten eingestellt. Es heißt vonseiten des Unternehmens, ein wichtiger Erfolgsfaktor von „Go for Growth" sei die Bündelung und Verknüpfung von operativem Know-how und Branchenwissen. Ein weiterer sei die Fähigkeit, die logistischen Anforderungen der Kunden weltweit besser aufeinander abzustimmen und noch effektiver auf Kundenprojekte in anderen Regionen und Ländern zu übertragen. Dabei verknüpfen die Logistiker beispielsweise Lagerleistungen mit Transportkonzepten innerhalb des umfassenden Netzwerks zu Lande, zu Wasser und in der Luft. dz

01.12.2011


Weitere Artikel zum Thema

Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Konradin Mediengruppe