Develop Leader Award 2009
Die European Business School hat den internationalen Award „ Develop Leaders! Talents in Supply Chain Management" zum ersten Mal ausgeschrieben. Mit diesem Preis möchte man Unternehmen würdigen, die in besonderem Maße ihren Nachwuchs im Supply Chain Managment fördern. „Die globalen Netzwerke wachsen schneller als ihre Steuerungsfähigkeit. Das ist schlimm", brachte EBS-Präsident Prof. Dr. Christopher Jahns bei der Preisverleihung auf Schloss Reichartshausen das Risiko globaler Supply Chains für Unternehmen auf den Punkt. „Gut ist, dass immer mehr Topmanager diese Leadership-Lücke erkennen und in Development-Programme investieren."
„Der Aufbau eines schlagkräftigen Supply Chain Managements ist für jedes Unternehmen von einem enormen strategischen Wert", unterstrich Nicole Gaiziunas, Managing Director Executive Education am SMI und Initiatorin des erstmals vergebenen Awards für besonders gute Förderung von Talenten im Supply Chain Management.
Bei ihren Trainingsprogrammen für die unterschiedlichen Funktionen sei ihr aufgefallen, dass im Supply Chain Management besonders viel Potenzial aktiviert werden kann, wenn dort passgenaue, zeitgemäße Qualifizierungskonzepte entwickelt und umgesetzt werden. Für die Optimierung der Supply Chains gelte die Faustregel, mit gleicher Gewichtung das Personnel-, Network- und Procurement-Development zu fördern. Es sei ein Kardinalfehler, viel Aktionismus in nur einen dieser Bereiche zu investieren und anzunehmen, dass sich Netzwerke zum Beispiel „schon von alleine entwickeln" – das sei nicht immer der Fall, so Gaiziunas.
Auf die Frage, welche speziellen Inhalte SCM-Managern vermittelt werden sollten, antwortet sie: „Neben der Fach- und Methodenkompetenz ist die soziale Kompetenz das Erfolgsgeheimnis eines jeden guten Einkäufers. Dabei spielt aber nicht nur eine intuitive, nicht erlernbare Menschenkenntnis eine Rolle, sondern auch der „trainierte Blick" einer typologischen Grundausbildung, die im Umgang mit Zulieferern und Kollegen aus anderen Fachabteilungen extrem hilfreich ist. Denn nur wer qualifiziert mit sich und anderen Menschen umgehen kann, kann auch die vermittelten Techniken richtig einsetzen."
Großer Mangel an Network-Managern
Da es derzeit einen Engpass an qualifizierten Network-Managern gibt, versuchen Unternehmen mit eigenen Qualifizierungsmaßnahmen die Lücken zu schließen. Mit unterschiedlichem Erfolg. So entstand die Idee, über einen Award Best-Practice-Beispiele als Vorbilder und Anreize für die Verbesserung der Qualifikation der eigenen Mitarbeiter im Einkauf zu erheben.
Im Dezember vergangenen Jahres lud die European Business School zusammen mit ihrem Supply Chain Management Institute (SMI) und dem Sponsor BrainNet Supply Management Group AG weltweit führende Unternehmen dazu ein, ihre Entwicklungskonzepte zur Prämierung einzureichen. Über 50 Unternehmen sind dem Aufruf gefolgt, eine tolle Resonanz. Es sind fast alle großen Namen darunter. Bezeichnend ist, dass sich wirklich nur die Unternehmen mit „Best Practice" beworben haben. Das Thema eigne sich denkbar schlecht für Selbstüberschätzung, so Gaiziunas. „Jeder CPO oder Einkaufsleiter weiß genau, wo seine Supply Manager stehen, wie gut sein Training ist."
Eine zwölfköpfige Jury aus internationalen Spitzenmanagern und Wissenschaftlern bewertete die eingereichten Konzepte auf Wirksamkeit, Effizienz, Unternehmensspezifität, Business Impact, Transfersicherung und vor allem Nachhaltigkeit. Außerdem mussten die Bewerbungen die Entwicklungsstationen, Implementierungsschritte und Resultate der Projekte anschaulich darstellen. Bei der Implementierung ging es beispielsweise vor allem um Aspekte wie Zeitrahmen, Anzahl der Trainingsteilnehmer, -einheiten und Orte. Dagegen standen bei den Resultaten qualitative Fragen im Vordergrund: Wie wurde das vermittelte Wissen gemessen? Was wurde dadurch tatsächlich verbessert? Welche Auswirkungen nehmen die Qualifizierungsprojekte auf bestehende oder zukünftige Jobprofile?
The winners are ...
Zehn Projekte wurden schließlich in die Liste der weltweit besten Qualifizierungskonzepte im Supply Chain Management aufgenommen. Umso stolzer dürfen die Einkaufsabteilungen sein, die am 30. September 2009 in der European Business School in Oestrich-Winkel prämiert wurden:
- Den dritten Platz teilen sich die Swisscom mit dem Projekt „ Post Merger Integration – Learning Organisation as a Key Factor" und der United States Postal Service mit „Improving Workforce Strategies".
- Den zweiten Platz belegt Nestlé mit ihrer Nestlé Procurement University.
- Der erste Gewinner heißt Siemens Energy mit dem Projekt „On the Way to World-Class-Procurement".
„Das Programm lieferte darüber hinaus einen Return on Education schon ein Jahr nach Trainingsende," berichtet Gaiziunas. Rechnet man die Ausgaben für Konzeption und Trainerhonorare gegen die in den Trainingsprojekten erzielten Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen hoch, hat das Training weit mehr gebracht als es gekostet hat. Für Thomas Holzner, Vice President for Supply Management bei Siemens, der bei der Preisverleihung den Award aus den Händen von Sven Marlinghaus, Partner und Mitglied der Geschäftsführung bei BrainNet, entgegen nahm, ist dies der große Vorteil von Transferprojekten: „Es wird nicht graue Theorie trainiert, sondern an konkreten Aufgaben aus dem Berufsalltag mit direktem, messbaren Business Impact."
Das Buch zum Award dokumentiert die Konzepte der Bestplatzierten sowie weitere Best Practices aus führenden Unternehmen: „Qualifizierung im Supply-Chain-Management. Vom Einkäufer zum Supply-Chain-Manager", mi-Wirtschaftsbuch, FinanzBuch Verlag München.
Wir werden in Beschaffung aktuell alle zehn nominierten Projekte vorstellen. Damit wollen wir Einkaufsabteilungen Mut machen, auch in ihren Unternehmen das Thema systematische Qualifizierung anzugehen. Nicole Gaiziunas: „Wer junge Talente für sein SCM gewinnen will, muss ihnen eine attraktive Perspektive bieten. Strategische Qualifizierungsprogramme spielen dabei eine zentrale Rolle." Karin Gramatins
Weitere Infos zu diesem Thema unter www.supplyinstitute.org/ talents.html

