Rohstoffkosten bremsen das Wachstum
Die deutlich höheren Rohstoffpreise, die Maßnahmen verschiedener Länder zur Beruhigung ihrer überhitzten regionalen Märkte sowie die Staatsschuldenkrise haben bei der Fuchs Petrolub AG, Mannheim, zu einer Wachstumsverlangsamung geführt und stellen nennenswerte Risiken für die konjunkturelle Entwicklung im zweiten Halbjahr 2011 dar.
Zu den Rohstoffkosten des Unternehmens äußerte sich Vice President Global Procurement Dr. Jutta Heckenkamp bereits in der Juli-Ausgabe von Beschaffung aktuell.
In einem noch günstigen konjunkturellen Umfeld steigerte der Fuchs-Petrolub-Konzern im ersten Halbjahr 2011 seinen Umsatz deutlich. So wurden mit 828,5 Mio. Euro 18,2 Prozent höhere Erlöse als im Vorjahr (700,7 Mio. Euro) erwirtschaftet. Die Steigerungsrate hat sich basisbedingt im zweiten Quartal etwas abgeschwächt.
Dabei war der überwiegende Teil der Umsatzsteigerung im zweiten Quartal durch die Weitergabe der Rohstoffkostenverteuerungen bedingt. Der Konzern ist im Halbjahr um 19,8 Prozent bzw. 138,9 Mio Euro organisch gewachsen, mit ähnlich hohen Wachstumsraten in allen drei Regionen.
Angesichts deutlich angestiegener Rohstoffkosten ging das Umsatzwachstum mit einer überproportionalen Erhöhung bei den Kosten der umgesetzten Leistung (Material- und Produktionskosten) einher. Die Aufwendungen für Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung erhöhten sich als Folge des größeren Volumens, des wachstumsorientierten Personalaufbaus sowie der weltweit gestiegenen Lohn- und Gehaltskosten ebenfalls, jedoch deutlich unterproportional.
In Summe stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen sowie des Beteiligungsergebnisses um 8,1 Prozent auf 133,9 Mio Euro (123,9 Mio. Euro).
Der Schmierstoff-Konzern erwartet für die zweite Jahreshälfte weiterhin robuste Umsätze und solide Erträge, allerdings werden die hohen Rohstoffkosten die Bruttomarge unter Druck halten und die Personal- und Sachkosten werden durch die laufende Wachstumsinitiative über dem Vorjahr liegen.
Für das Gesamtjahr erwartet Fuchs Petrolub bei Umsatz und Ergebnis Steigerungen gegenüber dem Vorjahr und strebt unverändert an, das Rekord-EBIT von 250,1 Mio. Euro des Vorjahres zu übertreffen. Inwieweit das EBIT des ersten Halbjahres in der zweiten Jahreshälfte wiederholt werden kann, bleibt abzuwarten. Maßgeblich dafür werden sowohl die Dynamik der Umsatzentwicklung, als auch die Entwicklung der Rohstoffkosten sein. dz
(Foto: Fuchs Petrolub)
